Mein Trainingsweg

 

Für mich ist die Arbeit mit dem Hund positiv geprägt. Das ist sehr leicht gesagt, jeder geht doch nett und positiv mit seinem Hund um. Doch was bedeutet das für mich?

 

Positiv Trainieren bedeutet für mich vor allem fair Trainieren. Fair dem Hund gegenüber. Ich versuche das umzusetzen in dem ich:

  • Den Hund nicht in Situationen bringe, die er (noch) nicht bewältigen kann.
  • Den Hund nicht körperlich bedränge oder ihm schmerzen zu füge.
  • Den Hund nicht überfordere, mit Aufgaben, die er noch nicht schaffen kann.
  • Den Hund mit für ihn passenden Belohnungen für das für mich richtige Verhalten belohne.
  • Dem Hund für ihn unangenehme Dinge und Situationen zuverlässig ankündige.
  • Meine Anforderungen an ihn langsam und angepasst steigere.
  • Ihm beibringe, wie er sich in bestimmten Situationen verhalten soll und ihm Hilfestellungen biete.

 

Im Training – und auch im Alltag kann sich mein Hund also darauf verlassen, dass ich für ihn verständlich mit ihm kommuniziere und für uns beide Regeln gelten. Das Markertraining ist ein großer Teil meines Trainingswegs. Das Clickertraining – wie Markertraining auch genannt wird – habe ich zum ersten Mal 1998 im Biologiekurs am Gymnasium kennengelernt. Ein Bericht über Orcas, denen im Zoo beigebracht worden ist, in einen kleinen Becher zu pinkeln, um ihnen so stressfreier eine Urinprobe entnehmen zu können, war Bestandteil des Unterrichts. Alles nur mit gezielten Pfiffen und hochwertiger Belohnung – ganz ehrlich – wie krass ist das denn? Einen Orca kann man nicht mit körperlicher Manipulation in eine Situation schubsen, man ist auf die Kooperation des Tieres angewiesen – und ich bin heute noch genauso fasziniert von diesem Trainingserfolg wie damals und begann, angeregt durch ein Forum, mit meinen Feuerbauchmolchen zu clickern. Zügig lernten sie einem Targetstab zu folgen und auch mit meiner Hündin Phoebe begann ich 2005 mit dem Clickern, jedoch beschränkt auf Übungen aus dem Trick – und Hundesportbereich. Ins Verhaltenstraining schlich sich der Clicker erst 2011 ein und ist für mich seitdem auch dort nicht mehr wegzudenken.

 

Gewalt hat in meinem Training keine Berechtigung. Ich bin überzeugt davon, dass jedes Verhalten mit Hilfe von positiver Verstärkung und positivem Training erreicht werden kann.

 

Positiv trainieren bedeutet für mich jedoch nicht:

  • Den Hund machen und tun zu lassen, was er will, ohne Rücksicht auf Verluste.
  • Dem Hund keine Grenzen zu setzen.
  • Den Hund mit Leckerchen zu bestechen.
  • Den Hund und seine Bedürfnisse nicht ernst zu nehmen.

Wenn mein Hund auf die Straße rennen will, reiße ich ihn natürlich zurück, bevor er vom Auto überfahren wird. Ich mache mir allerdings zeitgleich eine innere Notiz, dass ich ihm beibringen muss, sich am Bürgersteig selbstständig hinzusetzen.

Nicht nur das Training sondern auch der gesamte Umgang mit dem Hund ist bei mir geprägt von klarer Kommunikation und fairem Umgang miteinander.

Klare Kommunikation beinhaltet bei mir auch Ankündigungen, die dem Hund die Möglichkeiten bieten, zu reagieren. Ein Beispiel: Mein Hund schnüffelt schon seit geraumer Zeit an einer sehr interessanten Stelle – langsam möchte ich jedoch weitergehen und informiere den Hund mit dem vorher trainiertem Signal „Weiter“, was ich vorhabe. Nun hat er die Wahl – mit mir weiterzulaufen oder weiter zu schnüffeln. Er weiß jedoch, dass ich ihn mitziehen werde, wenn er weiterschnüffelt.

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Schwarz Weiße Pfoten Inh. Natascha Bernhardt